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St.-Petri-Kirche Kirchlinteln

Adresse

Alte Dorfstraße 6
27308 Kirchlinteln
Telefon: 04236 94130
Telefax: 04236 94131

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Öffnungszeiten

Pfarrbüro:
Di.: 10-12 Uhr,
Do.: 16-18 Uhr,
Fr.: 10-12 Uhr
Ansprechpartnerin: Bärbel Heller

Weitere Informationen

Die St.-Petri-Kirche wurde erstmalig 1385 urkundlich erwähnt. Der bis heute existierende Turm der ehemaligen Kirche weist aber darauf hin, dass diese zwei Jahrhunderte früher da gewesen sein muss. Der Übergang vom romanischen zum gotischen Baustil ist deutlich zu erkennen. Die Kirche wurde dem Apostel Petrus geweiht und war Patronatstelle von St. Andreas. Ab dem Jahre 1550, zur Zeit der Reformation, wurde sie selbständig und konnte ihre eigenen Geistlichen stellen. Heute besteht die Kirchengemeinde aus 3800 Gemeindemitgliedern aus etwa zehn Ortschaften im Kreis von Kirchlinteln (Landkreis Verden/ Aller).

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Am östlichen und südöstlichen Abhang des Lindhoops liegen zahlreiche Hünengräber und legen davon Zeugnis ab, dass die Geschichte des Dorfes Kirchlinteln weit in die graue Vorzeit zurückreicht, in jene Frühzeit menschlicher Geschichte, über die kaum jemals sichere Kunde zu erlangen ist. Diese Gräber sind wahrscheinlich schon 1817 sämtlich untersucht worden, ohne dass uns, leider, ein Bericht darüber erhalten ist, denn auch spärliche Funde an Urnen, Waffen und Gerät könnten uns noch vieles vom Treiben derer berichten, die in vorgeschichtlicher Zeit hier siedelten. Eines aber dürfen wir, auch wenn wir sonst kaum etwas wissen, aus der Anwesenheit der Gräber schließen, und so entreißen wir ihrem Schweigen dennoch eine Kunde, dass die Menschen, die sich, vor Tausenden von Jahren hier ansiedelten, die Stelle für die Anlage einer Siedlung für sehr günstig hielten. Sei es, dass die sehr geschützte Lage sie lockte, oder dass schon damals, wie es noch heute ist, viele Wege aus den östlich gelegenen Geestsiedlungen hier zu einem Knotenpunkt zusammenliefen und sich zu einer gemeinsamen Straße nach Westen hin vereinigten, zu Aller und Weser. Sei es auch, dass diese Bewohner darüber hinaus ein Empfinden hatten für die besondere landschaftliche Schönheit dieses Fleckchens Erde und seiner näheren Umgebung.

Die erste sichere Nachricht aus geschichtlicher Zeit finden wir in einer Urkunde aus dem Jahre 1123. Der Bischof Dithardus von Verden tauschte ein ihm gehörendes Gut gegen ein Gut in „Lintloh" ein, das einer Frau Gisela, der Gemahlin des Herrn Walo, gehörte. Der Vertrag wurde in Gegenwart des Verdener Vogtes, des Herzogs Ludger von Sachsen, geschlossen.
Der Name der Siedlung war also „Lintloh", und noch heute, nach fast 1000 Jahren, sind die Linden um die Kirche und die Lindenalleen an den Straßen besonders schöne und lebendige Wahrzeichen des Ortes und machen seinem Namen alle Ehre. Lintloh hieß der Ort bis vor 100 Jahren, urkundlich belegt ist im 17. Jahrhundert auch der Name „Kerklintloh", erst 1852 wurde offiziell der Ort im Gegensatz zu seinem Nachbarn und kleineren Bruder „Lüttjen Linteln", heute Klein-Linteln, Groß-Linteln oder auch Kirchlinteln genannt. 1897 wurde dann der Name endgültig festgelegt auf Kirchlinteln.

Eine Kirche stand vielleicht schon zur Zeit der oben erwähnten Urkunde aus dem Jahre 1123, wenn auch die Kerke to Lintloh selbst erstmalig in einer Urkunde erwähnt ist, die der Verdener Bischof Johann II. dem Grafen Otto zu Hoya 1385 ausstellte. Der jetzt noch stehende kraftvolle Turm der früheren Kirche weist jedenfalls für sachkundige Augen seinen Baumerkmalen nach wenigstens in die Zeit um 1200, in die Zeit des Überganges des romanischen Baustiles in den gotischen, vielleicht sogar, auch hierfür glaubt man Merkmale gefunden zu haben, in die Zeit um 1100. Der Ort muss also schon damals eine gewisse Bedeutung gehabt haben. Die Kirche wurde von Verden aus gegründet, war dem Apostel Petrus geweiht und war eine Patronatsstelle von St. Andreas, während der Dom und St. Johannis im Orte Meierrechte hatten. Von St. Andreas aus wurde die Kirche mit Vikaren versorgt bis zum Jahre 1550, dem berühmten Jahre des Augsburger Religionsfriedens, dann wurde sie selbständig und hatte eigene Geistliche. Wir stehen damit schon in der Zeit der "Reformation, der Erneuerung der Kirche aus Gottes Wort.

Seit dem Jahre 1517, als Dr. Martin Luther die 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg schlug, nahm die Reformation ihren Siegeslauf durch die deutschen und die europäischen Lande. 1522 noch ließ der Verdener Bischof Christoph den ev.-luth. Pastoren Joh. Bornemacher von St. Remberti in Bremen, der nach Verden gekommen war, um die Stadt für die reine Lehre des Evangeliums zu gewinnen, gegen den Willen der erregten und aufständischen Bürgerschaft verbrennen. Doch bereits der Weife Georg, der von 1558—1566 Bischof von Verden war, neigte zum lutherischen Glauben und führte 1563 die Bremer evangelische Kirchenordnung in Verden ein, aber erst im Jahre 1568 wurde die Reformation in Verden durch einen lutherischen Gottesdienst im Dom öffentlich eingeführt und wohl im gleichen Jahre wandte sich auch Lintloh unter seinem ersten Seelsorger, der als Pastor dort wirkte, mit Namen Hinrich Brothenke, der Reformation zu. 

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